Feineinstellung und regelmäßige Reinigung der Lüftungsanlage

CIMG6357Bereits Ende Mai hatten wir einen Termin mit einem Gutachter, der die Luftströme unserer Kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL) überprüfen sollte. Dieser wurde durch den Bauträger beauftragt, da die korrekte Ausführung nachgewiesen werden muss (vermutlich, um den Erhalt von Fördermitteln für das Passivhaus zu rechtfertigen). Leider komme ich erst jetzt dazu, dies auch hier im Tagebuch zu „verbloggen“.

Die Ergebnisse waren nach Ansicht des Gutachters größtenteils in Ordnung. Er hatte eine Liste dabei, auf der die Luftstromwerte jeder einzelnen Absaugung und Zuluft standen und er maß diese mit einem simpel erscheinenden Gerät, das auf die jeweilige Luftöffnung gepresst wurde.

Insgesamt zeigte sich der Gutachter zufrieden mit der Sanitärfirma, die die Lüftungsanlage installiert und eingestellt hat. Lediglich in der Küche wurde die erreichte Luftmenge bemängelt, da hier gerade einmal etwas mehr als die Hälfte des errechneten Wertes gemessen wurde. Zwar gab es auch in anderen Räumen mehr oder minder starke Abweichungen, die jedoch für vernachlässigbar erachtet wurden. Begründung: Die übrigen Abweichungen würden sich in der Summe wieder ausgleichen und Gesamtbilanzierung des Gebäudes liege noch im Toleranzbereich (max. 10 Prozent Differenz zwischen Gesamtzu- und Gesamtabluftvolumenstrom). Im Technikraum im Dachgeschoss konnte leider keine Messung durchgeführt werden, da die Luftansaugung hier zu schlecht erreichbar installiert ist.

Somit musste lediglich in der Küche der Luftstrom angepasst werden. Erfreulicherweise nahm es der Installateur ziemlich genau und er prüfte nach der Anpassung in der Küche auch noch einmal die anderen Luftöffnungen, da sich die Luftströme hier ja auch verändert haben könnten, wenn man für die Küche am Regler gedreht hat. Nacharbeiten wurden aber an den anderen Stellen nicht erforderlich.

Der größere Luftstrom in der Küche konnte dabei aber nicht allein dadurch erreicht werden, dass man den Regler hier etwas weiter öffnete, sondern man musste die Leistung der gesamten Anlage leicht hochregeln. Dies ging ganz einfach mit der Fernbedienung.

So richtig zum Tragen kommt die veränderte Einstellung für uns aber bislang nicht, denn sie bezieht sich alleine darauf, dass die Lüftungsanlage in der mittleren Normalstufe (2 von 3) läuft. Diese jedoch haben wir in der Praxis so gut wie nie an, sondern Stufe 1. Die reicht nach unserem Empfinden aus – zumindest so lange wir hier zu zweit wohnen. Außerdem will ich mir gerade jetzt im Hochsommer nicht unnötig viel warme Luft von draußen in die noch halbwegs kühle Bude holen. 😉

Zudem ist es leider so, dass man bei Stille im Haus auf Stufe 2 der Lüftungsanlage recht deutlich die Luftströmungsgeräusche der Luftöffnungen vernehmen kann (von Stufe 3 brauchen wir gar nicht erst zu reden…). Das hatte ich mir so nicht vorgestellt und in diesem Punkt bin ich etwas enttäuscht. Leider ist dies aber wohl als normal zu betrachten. In der ersten Stufe hingegen ist alles in Ordnung und man hört es nur, wenn man ganz genau hinhört.

Die Feineinstellungen der Lüftungsanlage sind nun also abgeschlossen. Der Gutachter kommt kein weiteres Mal, sondern es wird einfach davon ausgegangen, dass nach der Nacharbeit des Installateurs alles in Ordnung sein soll.

Niemals abgeschlossen hingegen ist leider die regelmäßige Reinigung der Filter im Gerät. 😉 Diese – so wurde uns vom Installateur geraten – sollten zirka alle zwei Wochen gereinigt werden. Dazu genügt es, die beiden Filter aus dem Gerät zu nehmen und mit einem normalen Staubsaugerrohr abzusaugen. Ich schalte die Lüftungsanlage vorher immer aus, aber nötig wäre das gar nicht. Denn wenn man die vordere Abdeckung abschraubt, geht die Anlage von alleine aus, da ein Kontaktknopf (ähnlich wie im Kühlschrank für die Beleuchtung) dafür sorgt.

Ich muss zugeben, dass ich den Abstand von zwei Wochen nicht immer einhalte, aber ich bemühe mich. Das ist auch nötig, denn der Filter für die Außenluft sieht schon recht mitgenommen aus. Hin und wieder verirrt sich hier auch ein kleines Fliegetierchen hinein. Ich bin überrascht, dass das Gerät noch keinen Alarm wegen des verschmutzten Filters gab. Dazu ist offenbar mehr nötig. Der Filter für die Abluft hingegen sieht bis heute noch gut aus. Hier ist eine Reinigung kaum nötig.

(Was mich wundert, ist, dass sich nicht nur in den Filtern, sondern auch unter dem Wärmetauscher ein paar tote Kleinstfliegen befanden. Keine Ahnung, wie die dahin kommen. Ich hoffe, der Wärmetauscher ist nicht auch verdreckt, sodass er seinen Dienst weiterhin einwandfrei verrichten kann.)

Ein Mal im Jahr soll man die Filter dann nicht nur saubermachen, sondern durch neue ersetzen. Vor allem beim Zuluftfilter erscheint mir das auch unbedingt nötig. Beim noch gut intakten Abluftfilter kann man sich das vielleicht sparen. Ich muss mal sehen, ob ich da eine günstige Bezugsquelle finde. Wenn man sie direkt beim Hersteller Pluggit bestellt, ist das ganze recht teuer; unser Modell 019574 G4 (laut Aufdruck) finde ich da erstmal gar nicht. Wenn ich aber nach Filtern für den Modellnamen des Gerätes (Avent P300N) suche, finde ich welche mit der Bezeichnung APFG4-300. Die sollten es wohl sein. Ein 2er-Pack kostet brutto stolze 50,69 Euro; hinzu kommen noch Versandkosten von 4,40 Euro. Hat hier jemand einen heißen Tipp? Das günstigste, was ich bislang gefunden habe, ist „luftladen.de„, wo ebenfalls Originalfilter angeboten werden. Dort kostet das 2er-Pack 45,10 Euro zzgl. 5,50 Euro Versandkosten – also nur unwesentlich günstiger. Leider haben Preissuchmaschinen wie idealo.de solche Filter nicht in ihrem Index, sodass man mühsam „per Hand“ auf Preissuche gehen muss…

Es gibt auch noch Filter, die „passend für Avent P300“ sind – aber das sind dann keine Originale. Ich habe keine Ahnung, ob man da bedenkenlos zuschlagen kann oder ob die Qualität zweifelhaft ist. Zudem kann ja der gesamte Luftwiderstand ein anderer sein als bei den originalen Filtern, sodass die ganze Anlage dann neu kalibriert werden müsste. Ich denke, ich werde von Nachbauten lieber die Finger lassen, wenn mich hier nun niemand umstimmt… 😉

Ebenfalls regelmäßig – jedoch nur alle paar Monate – sollen auch die Filter vor den Ansaugöffnungen in den einzelnen Räumen gereinigt werden. Hier muss dann der Schaumstofffilter ausgeklopft und/oder ausgewaschen werden. Ein Austausch sollte hier normalerweise nicht nötig sein. Die Teile habe ich im Shop von Pluggit auch gar nicht erst gefunden…


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17 Antworten auf Feineinstellung und regelmäßige Reinigung der Lüftungsanlage

  1. Zimenko Georg sagt:

    Hallo Nils,

    ich beziehe die Filter für meine Avent P300 hier: http://ersatzfilter-shop.de/shop/Pluggit/Avent-P300-N/G4-Filterset-passend-z-B-fuer-Pluggit-Avent-P300-N-2-St-350x160x48::48.html

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Florian Grunwald sagt:

    Ich finde auch, dass man die Betriebsgeräusche etwas weniger deutlich vernehmen könnte, finde sie aber trotzdem nicht störend. Der Kühlschrank ist ebenso bei mir zu hören, da rege ich mich auch nicht drüber auf. Der Nutzen des Gerätes ist unumstritten und wo gearbeitet wird….

  3. tom sagt:

    habe das selbe gerät und habe aber mir noch akustikschaumstoff bestellt und die ein und ausblassstutzen von inne gedämmt also stufe 2 ist kaum noch zu hören und das für nicht mal 10Euro wenn alles so einfach wäre.

  4. Nils sagt:

    Kommt das Geräusch echt von den Luftstutzen her? Ich hätte vermutet, dass Ursache das Gerät als solches ist.
    Was meinst Du mit „von innen gedämmt“? Du meinst den Teil, der innerhalb des Hauses verläuft, oder? Oder meinst Du mit „von innen“ tatsächlich das Innere der Luftstutzen? Hast Du davon ein Foto?

  5. Zimenko Georg sagt:

    Das würde mich auch interessieren- denn besonders leise ist die Anlage ja nicht…

  6. Dennis sagt:

    Wir bestellen unsere Filter immer bei Thomas-Filtershop.de. Dort sogar den F7-Feinfilter für die Frischluft und den Standard G4-Filter für die Abluft. Bei deutlich günstiger als die Originalen.

  7. Nils sagt:

    Danke für den Tipp. Ich habe jetzt: bei eBay zugeschlagen und bin zufrieden. 75,90 Euro inkl. Versand für zehn Ersatz-Filter G4; macht schmale 7,59 Euro pro Filter. 🙂 Habe die Dinger nun seit einem Jahr im Einsatz. Zuvor bestellt bei filtermaterial.de – dort sind sie etwas teurer (vor allem durch die hohen Versandkosten), es scheinen aber die gleichen zu sein.

  8. Pingback: Lüftungsanlage macht „gluckernde“ Geräusche › Passivhaus-Bautagebuch

  9. dirk sagt:

    Hallo,
    Nehme nun seit 5 Jahren die Luftfilter von Thomas Luftfiltertechnik.
    Entsprechen den originalen, mit Ausnahme des Rahmens (Filtermaterial statt Kunststoff). Nehme G4 für Abluft und F7 für Zuluft.

    Hat jemand Erfahrung bzgl. Reinigung/Wartung des Lufttauschers oder der Ventilatoren?

    Haben ebenfalls eine Pluggit 200.

  10. Axel Süßmann sagt:

    Hi,
    Schau mal hier.

    http://www.filtermaterial.de
    Z-Line Pluggit – 1 Packung (10Stück)Z-Line 350x160x48 mm G4

  11. Käpt'n Blaubär sagt:

    Ich weiß leider nich mehr, wo wir die Ware bestellt haben (war kein typischer Kleinhandel, sondern eher ein Anbieter für die Industrie), aber wir haben vor ca. 10 Jahren eine ganze Rolle mit dem Filtermaterial bestellt (50 oder 100m-Rolle). Daraus lassen sich ganz leicht die Filtermatten mit dem Teppichmesser oder einer Schere zuschneiden. Die Rolle kostete um die 100€ – das reicht für’s ganze Leben.

    Also wäre mein Tipp: Nach Rollenware Ausschau halten und selbst die Schere in die Hand nehmen.

  12. Frank sagt:

    Hallo Nils,
    ich denke nach den ersten Betriebsjahren wirst du das 2-wöchentliche Absaugen aufgegeben haben. Meine Anlage läuft seit 2010. Ich habe mir auch eine zeitlang die Filter von Filtermaterial.de gekauft. Jedoch bin ich auf F5 Filter umgestiegen. Diese waren ziemlich exakt nach 6 Monaten zu. Die G4 Filter waren nie verstopft, so dass ich sie immer präventiv getauscht habe. Inzwischen habe ich mir aus PVC einen Rahmen gebastelt und schneide selber zu. So habe ich bei 2 Wechsel pro Jahr nur noch Kosten von 6 Euro/a.
    Viel ärgerlicher ist das ich in 6 Jahren Betrieb nun zum 2. Mal die Drucksensoren defekt habe und nun eine Umrüstung auf reine Drehzahlsteuerung für gut 550 Euro
    durchführen muß. Die alten Drucksensoren gibt es wohl nicht mehr und eine Umrüstung auf die neue Generation hätte gut 680 Euro gekostet. Wozu man Drucksensoren braucht wenn die Anlage wie ein Uhrwerk nach 6 Monaten neue Filter will weiß ich nicht, das kann man einfacher lösen.

    Grüße Frank

    • Nils sagt:

      Hallo Frank,

      Du hast vollkommen Recht: Vom zweiwochentlichen Absaugen bin ich inzwischen weit entfernt. 🙂

      Was war denn der Grund für Deinen Umstieg auf F5?

      Das mit dem selbstgebastelten Rahmen ist genial. Leider fehlt mir für sowas das Geschick. Vielleicht solltest Du das gewerblichen machen und verkaufen. 😉 Wie schaffst Du es dann, das Filtermaterial in diesem „Zickzack“ einzubauen? Gibt es da einen „Trick“?

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