Baufinanzierung durch Risikolebensversicherung absichern

Bislang habe ich mich nie mit einer Risikolebensversicherung beschäftigt und hatte es eigentlich auch nicht vor. Doch angesichts des finanziellen Kraftaktes in Form einer Baufinanzierung wurde uns dies nun von verschiedenen Seiten angeraten.

Und dies durchaus zu Recht, wie ich schon nach kurzer Lektüre verschiedener Ratgeber wie zum Beispiel der jüngsten Stiftung Warentest feststellte. Denn was passiert in dem Fall, wenn einem von uns ein tödlicher Unfall zustoßen sollte? Dann hat der andere nicht nur den Verlust des Partners zu beklagen, sondern wird vermutlich auch die Raten der Baufinanzierung nicht mehr bedienen können. So hart das klingt, aber man sollte sich auch mit so einem Szenario unbedingt auseinandersetzen. Nicht dass der verbliebene Partner dann in größter Not das Haus verkaufen muss und dabei aufgrund des Zeitdrucks vielleicht sogar einen viel zu niedrigen Verkaufspreis erzielt,

Lebensversicherung und Risikolebensversicherung nicht das gleiche
Für so einen Fall ist eine Risikolebensversicherung ein probates Mittel. Übrigens ist diese nicht mit einer Lebensversicherung ohne das Präfix „Risiko-“ zu verwechseln. Denn bei einer Lebensversicherung handelt es sich in der Regel nicht nur um eine Absicherung für den Todesfall, sondern auch um eine Kapitalanlage. Entsprechend höher sind die Kosten.

Eine Risikolebensversicherung hingegen ist eine reine Absicherung gegen den Todesfall, kein Sparvertrag. Es gibt also dann Geld, wenn ein Todesfall eintritt. Dadurch ist das Produkt „Risikolebensversicherung“ relativ leicht zu durchschauen und gut vergleichbar. Man kann daher ausschließlich nach dem „Preis“ der einzelnen Anbieter vergleichen, da der Leistungsumfang im Prinzip der gleiche ist. Es gibt nur minimale Unterschiede im Ablauf (zum Beispiel: der eine Versicherer will ein paar mehr Gesundheitsfragen beantwortet bekommen, der andere weniger; beim einen Anbieter beziehen sich die Gesundheitsfragen auf die letzten fünf Jahre, beim anderen auf die letzten zehn – je nachdem, was man da so angibt, kann es durch einen „Risikoaufschlag“ nochmal teurer werden).

Beiträge unerwartet günstig
Entsprechend niedrig sind im Vergleich zu einer Lebensversicherung auch die Beiträge, da man ja nur einen einzigen potenziellen Schadensfall absichert. Ich habe gleich mal verschiedene Vergleichsrechner mit unseren Daten gefüttert, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

Bei uns kam bei jeder Variante (man kann die Laufzeit sowie die Höhe der Auszahlung bei den meisten frei wählen) ErgoDirekt als günstigster Versicherer heraus (hätte ich nicht erwartet, da sie ja viel Werbung schaltet und ich damit vermutet hätte, dass sie sich das dabei investierte Geld in Form höherer Beiträge wieder reinholt ;)). Aber auch einige andere sind nicht viel teurer. Wir würden mit unseren Daten locker bei einem einstelligen Monatsbeitrag landen. Da hätte ich mir mehr gerechnet (zum Glück sind wir beide Nichtraucher – Raucher müssen ungefähr eine doppelt so hohe Prämie zahlen). Daher steht für mich auch außer Frage, dass wir das machen werden. Zwar gehe ich nicht von einem Todesfall aus (und die Versicherungen offenbar auch nicht – sonst wären die Prämien sicherlich höher ;)), aber man ist doch gerne auch für diese Eventualität gerüstet.

Allerdings, so musste ich auch feststellen, können die Unterschiede enorm sein. Bei meiner „Stammversicherung“ zum Beispiel müsste ich zirka das Doppelte zahlen. Insofern lohnt sich ein Anbieter-Vergleich bei der Risikolebensversicherung also ganz besonders und ist unbedingt empfehlenswert.

Da wir beide ungefähr die Hälfte zur Tilgung des Bau-Kredites beitragen werden, werden wir wohl auch jeweils die Hälfte der Baufinanzierungssumme als Versicherungssumme angeben. Denn es muss ja nicht die komplette Baufinanzierung abgesichert werden, da der andere ja auch etwas zur Tilgung beiträgt.

Frauen sollten jetzt abschließen, Männer erst später
Was noch beachtet werden sollte: Momentan zahlen Frauen bei gleichen Rahmenbedingungen noch deutlich niedrigere Beiträge bei der Risikolebensversicherung als Männer, da sie eine höhere Lebenserwartung haben. Allerdings wurde diese Ungleichbehandlungen (mal wieder werden die armen Männer diskriminiert ;)) vom Europäischen Gerichtshof gekippt. Daher müssen die Versicherer spätestens ab Ende Dezember 2012 so genannte Unisex-Tarif anbieten, die keinen Unterschied mehr zwischen Frauen und Männern machen.

In der Praxis bedeutet dies wohl, dass sich die derzeitigen Tarife für Männer und Frauen ungefähr in der Mitte treffen. Oder anders ausgedrückt: Für Männer wirds günstiger, für Frauen teurer. Ich als „Sparfuchs“ will das natürlich ausnutzen und warte daher mit dem Abschluss meiner Risikolebensversicherung ab, bis die Unisex-Tarife angeboten werden. Und meine liebe Freundin wird schon jetzt demnächst noch zu den alten „ungleichen“ Tarifen abschließen, wo sie mal wieder von der Tatsache profitiert, dass sie eine Frau ist. 🙂

PS: Übrigens sollte man sich als künftiger Hausbesitzer auch um weitere Versicherungen Gedanken machen. Als erstes ist da neben der Risikolebensversicherung noch die Wohngebäudeversicherung zu nennen. Doch dazu Mal in einem späteren Beitrag mehr.

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Ein Kommentar zu Baufinanzierung durch Risikolebensversicherung absichern

  1. Salimito sagt:

    Gut geschriebener Artikel. Auch wir müssen dringend unser Risiko absichern. Der Hinweis mit den Unisex-Tarifen ist Geldwert. Danke.

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